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Dürfen Eltern beim Lehrer zu Hause anrufen?

Dürfen Eltern beim Lehrer zu Hause anrufen?Eltern von Schülern sind ganz schön nervig! Darüber sind sich meine Lehrerfreundinnen einig. Ursache dieses Fazits war die Diskussion über immer mehr Eltern, die beim Lehrer zu Hause anrufen. Die Gründe sind vielfältig und aus Sicht meiner Bekannten meist nur Kleinigkeiten: Das Kind weiß die Hausaufgaben nicht mehr, in drei Wochen hat es einen Arzttermin und kann nicht zum Sportunterricht kommen, der Zettel mit den Informationen zur nächsten Klassenarbeit ist weg, was wird in der nächsten Klassenarbeit abgefragt, der Tom hat der Julia das Radiergummi weggenommen, wann fängt am Wochenende nochmal das Sportfest an usw.

Wann ist es berechtigt, wenn Eltern den Lehrer zu Hause anrufen, wann einfach nur nervig und muss man überhaupt beim Lehrer zu Hause anrufen?

Ist es nötig, dass Eltern beim Lehrer zu Hause anrufen?

Meine Lehrerfreundinnen sagen ganz klar, dass Anrufe bei Lehrern zu Hause eigentlich nicht nötig seien. Alle wichtigen Informationen erhielten die Schüler im Unterricht oder die Eltern auf Elternabenden bzw. zum Teil auch per E-Mail. Elternsprechtage und individuelle Gesprächstermine böten ausreichend Möglichkeiten zur Klärung von Problemen. Informationen an den Lehrer könnten die Eltern über die Kinder oder über das Sekretariat übermitteln.

Natürlich gibt es auch Kinder, die es aus irgendwelchen Gründen nicht schaffen, alle notwendigen Informationen an die Eltern oder an den Lehrer zu übermitteln. Aber auch dies kann am Elternsprechtag zur Sprache gebracht werden, um eine Lösung zu finden. Zur Beschaffung wichtiger Informationen gibt es ja auch noch Klassenkameraden.

Wieso kann es ein Problem sein, beim Lehrer zu Hause anzurufen?

Besonders problematisch finden meine Lehrerfreunde, dass Eltern auch spät abends bei ihnen zu Hause anrufen und so nicht selten ihre Kinder aufwecken. Mit der Zeit hat sich so schon einiges an Frust angestaut. Natürlich ruft jeder einzelne Vater und jede einzelne Mutter aus eigener Sicht nur in Ausnahmenfällen beim Lehrer an. Bei der Menge an Schülern, die jeder Lehrer unterrichtet, kommt dabei aber dennoch einiges an Anrufen zusammen.

Jeder Lehrer entscheidet selbst, ob er Anrufe von Eltern zu Hause in Ordnung findet

Warum geben Lehrer überhaupt ihre Privatnummer an Eltern heraus? Es ist natürlich Ansichtssache, ob ein Lehrer zu Hause für die Eltern erreichbar sein möchte oder nicht. Das kann jeder für sich selbst entscheiden. Manche Lehrer geben ihre Rufnummer heraus, weil sie es in Ordnung finden, dass Eltern bei ihnen zu Hause anrufen. Andere Lehrer wiederrum teilen ihre Telefonnummer für Notfälle und zum Teil nur einzelnen Eltern, z. B. Elternpflegschaftsvorsitzenden mit. Auf irgendwelchen Wegen gelangt die Nummer aber nicht selten auch an andere Eltern und wie man einen Notfall definiert, ist ebenfalls Ansichtssache. Immer wieder finden Eltern auch Telefonnummern von Lehrern heraus, die diese eigentlich geheim halten möchten.

Eine gute Lösung für Lehrer sind spezielle Handys, über die sie für die Eltern erreichbar sind. Vorteil: Das Handy kann man ausschalten. Aber auch hier erzählen meine Lehrerbekannten, dass Eltern, wenn das Handy ausgeschaltet ist, versuchen und z. T. auch erfolgreich sind, die private Festnetznummer herauszubekommen, um bei ihnen anzurufen.

Auf Nummer sicher gehen Eltern, wenn sie die einzelnen Lehrer fragen, wie sie es mit Anrufen außerhalb der Schulzeiten halten. So lassen sich gute Abmachungen treffen, mit denen beide Seiten zufrieden sind.

Und wie handhaben es Lehrer selbst als Eltern mit Anrufen bei den Lehrern ihrer Kinder?

Dazu nur soviel: Beim letzten Treffen mit meinen Lehrerfreundinnen sprang Sabine plötzlich auf und sagte, sie müsse noch beim Klassenlehrer von Max anrufen, weil sie vergessen habe, das Geld für die Klassenfahrt zu überweisen. Da war es schon nach neun Uhr abends. Auf die Frage, warum dass denn jetzt so wichtig sei, schließlich könne Max dem Lehrer ja auch in der Schule Bescheid sagen bzw. hätte sie ja auch schon eher anrufen können, hatte Sabine folgende Erklärung parat: „Ach, heute ist es irgendwie so spät geworden: Arbeiten, die Kinder nachmittags zum Sport bringen, essen kochen – da war der Tag schon rum und jetzt ist ja auch Wochenende. Außerdem rufe ich manchmal ganz gerne persönlich bei den Lehrern an, dann kann ich nebenbei noch ganz andere Dinge besprechen und erfahren. Mir ist es wichtig, einen guten Draht zum Lehrer zu haben, das hat dann auch Vorteile für Max. Ich will ja nur das Beste für ihn!“ Das ist natürlich auch ein Grund.

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