Shearts Blog

Shearts Blog

Pubertät – Wie das Lernen trotzdem klappt! Ein Interview mit Prof. Dr. Klaus Hurrelmann

Die Pubertät kann Auswirkungen auf das Lernen haben.Haben sich die mit der Pubertät einhergehenden Probleme in den letzten Jahren tatsächlich verschärft? Welchen Einfluss haben die Erwartungen der Eltern an den Schulerfolg ihrer Kinder? Und wie können Kinder und Eltern das Leben und Lernen gemeinsam gut meistern?

In unserem Ratgeber „Pubertät – na und? Wie das Lernen trotzdem klappt!“ haben wir ein Interview mit dem Jugendforscher Prof. Dr. Klaus Hurrelmann zum Thema „Lernen in der Pubertät“ geführt“.

Herr Hurrelmann, gern wird über die vielen Probleme, die mit der Pubertät einhergehen, berichtet. Ist die Pubertät tatsächlich in den vergangenen 10, 20 Jahren schwieriger geworden?
Klaus Hurrelmann: Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten, weil man nicht ohne Weiteres in die historischen Kontexte zurückblicken und deswegen schnell zu einer falschen Einschätzung kommen kann. Ich würde trotzdem die Antwort wagen: Es ist schwieriger geworden, weil die Pubertät so stark im Lebenslauf nach vorn gewandert ist und das bedeutet, dass sich Eltern heute früher darauf einrichten müssen, dass ihre Tochter oder ihr Sohn in die Geschlechtsreife eintritt.

Eltern wollen für ihre Kinder das Beste, dazu gehört auch der Schulerfolg. Sind diese hohen Erwartungen gerade in der Pubertät problematisch?
Klaus Hurrelmann: Wieder würde ich die Einschätzung wagen: Es ist heute spannungsreicher, in die Pubertät einzutreten, weil sich die Erwartungen an die Leistungsergebnisse erhöht haben. Letzten Umfragen zufolge erwarten 66 Prozent der Eltern mit Schulkindern, dass ihre Kinder das Abitur machen. Schon beim Eintritt in die Grundschule bekommen die Kinder sehr deutlich mitgeteilt, was man von ihnen erwartet. Und zeitgleich mit dem durchschnittlichen Beginn der Pubertät findet heute der Übergang in die weiterführenden Schulen statt.

Und wie können Eltern ihren Kindern in diesen Situationen helfen?
Klaus Hurrelmann: Eltern können ihre Kinder in diesem Alter nicht mehr direkt unterstützen. Unterstützung und Hilfe in diesem Alter sind dennoch weiterhin nötig, auch wegen der höheren Anforderungen. Sie müssen berücksichtigen, dass das jugendlich gewordene Kind selbstständig sein will und müssen indirekte Unterstützung und Hilfe anbieten. Das ist eine Kunst für sich. Diese Unterstützung muss Anreiz, Anregung und Anleitung sein, die teilweise sozusagen über Bande gespielt wird, damit das Kind merkt ‚Ich mache es selbst und nehme hier nicht bewusst eine Anregung meiner Mutter  oder meines Vaters auf‘. Es ist für Eltern  eine schwierige Situation, in der es ganz schnell zu enormen Spannungen kommen kann. Eltern sind jetzt gut beraten, sich ein bisschen schulen zu lassen oder auch zu akzeptieren, dass sich das Kind die notwendigen Anregungen zum Lernen woanders holt, gegebenenfalls auch über Nachhilfe.

Eltern müssen also vieles bedenken. Das klingt nach einer sehr anstrengenden Zeit.
Klaus Hurrelmann: Wir haben ein Trostpflaster für Eltern: Mütter und Väter sind heute die allerwichtigsten Karriereberater ihrer Kinder. Wenn es um die wichtigen Zukunftsfragen geht, dann orientieren sich die Jugendlichen in der Altepanne ab 12 bis weit noch in die 20er Lebensjahre hinein an den Meinungen der Eltern. Schulwahl, Fächerübergreifendwahl, Abschlussentscheidungen, Berufswahl oder Hochschulstudium: Überall haben Eltern für die Jugendlichen die absolut wichtigste Stimme.

Klaus Hurrelmann ist einer der bekanntesten Jugendforscher in Deutschland. Er ist Senior Professor of Public Health and Education an der Hertie School of Governance in Berlin und war zuvor Professor für Sozial- und Gesundheitswissenschaften an der Universität Bielefeld. Prof. Hurrelmann leitete die letzten und .

Ein Kommentar zu “Pubertät – Wie das Lernen trotzdem klappt! Ein Interview mit Prof. Dr. Klaus Hurrelmann”

  1. Von Susi Sorglos am Mai 23, 2013

    Warum ist die nette junge Dame so genervt? Sie hat doch schon Online-Nachhilfe beim Shearts…

Einen Kommentar schreiben