Telefonische Beratung
0800
(kostenlos und jederzeit)

Shearts Blog

Shearts Blog

Schafft die Hausaufgaben ab!(?)

Hausaufgaben abschaffen? Nach Meinung vieler Schüler eine gute Idee!Neben dem Sitzenbleiben ist auch das Thema Hausaufgaben und deren Sinnhaftigkeit immer wieder Gegenstand bildungspolitischer Debatten und Diskussionen. Im Bundestagswahlkampf 2013 war es diesmal SPD-Chef Sigmar Gabriel, der mit der Idee aufwartete, Hausaufgaben abschaffen zu wollen. Hausaufgaben stünden der Chancengleichheit im Weg und förderten gesellschaftliche Ungerechtigkeiten. Schließlich erhielten Kinder aus gebildetem Elternhaus häufiger und bessere Unterstützung durch ihre Mütter und Väter bei der Bewältigung ihrer Übungen als Kinder weniger gebildeter Eltern. Gabriel fordert: Hausaufgaben abschaffen und stattdessen einen Rechtsanspruch jedes Schülers auf den Besuch einer Ganztagsschule gewähren, in der die Hausaufgaben während der Schulzeit unter Aufsicht der Lehrer erledigt würden.

In dieser Diskussion stellt sich zunächst die grundlegende Frage: Wozu sind Hausaufgaben eigentlich gut?

Anspruch …

Hausaufgaben dienen dazu, den Unterrichtsstoff ganz in Ruhe nachzuarbeiten, anzuwenden, zu vertiefen und dauerhaft zu verinnerlichen. Am besten sollten die Übungen eigenständig und ohne Hilfe erledigt werden. So fördern sie das eigenverantwortliche Lernen und Arbeiten der Schüler und sind eine gute Selbstkontrolle, ob der Lernstoff schon richtig sitzt oder nicht. Auch der Lehrer kann durch die Hausaufgaben ermitteln, welcher Schüler den Lernstoff verstanden hat und wer weitere Erklärungen und Übung benötigt – vorausgesetzt natürlich er kontrolliert die Aufgaben sorgfältig und zieht aus seinen Erkenntnissen auch die nötigen Konsequenzen. So zumindest die ideale Theorie. In der Realität sieht das meist ganz anders aus.

… und Wirklichkeit

Hausaufgaben abschaffen? Das ist für viele Schüler ein Traum! Hausaufgaben sind oft lediglich ein lästiges Übel, das wertvolle Freizeit raubt. Entsprechend unmotiviert und unkonzentriert gehen manche Schüler auch die Erledigung der Übungen an. Frei nach dem Motto: Hauptsache schnell und irgendwie erledigt – manchmal auch erst morgens in Bus und Bahn oder kurz vor der Schulstunde noch schnell abgeschrieben. Das ist aus Sicht der Schüler zwar nachvollziehbar, aber natürlich nicht Sinn und Zweck der Sache. Mitunter sind Kinder und Jugendliche aber auch inhaltlich und zeitlich mit den Hausaufgaben überfordert, weil der Lehrer den Lernstoff im Unterricht vielleicht nicht ausreichend erklärt oder die Hausaufgaben nicht gut durchdacht hat. Werden Hausaufgaben im Unterricht nicht vernünftig besprochen oder als Strafe verhängt, weil die Klasse zu unruhig war, fördert auch das bei den Schülern weder das Verständnis für die Sinnhaftigkeit von Hausaufgaben noch die Motivation zu deren Erledigung.

In vielen Familien kommen bei dem Thema Hausaufgaben die Eltern ins Spiel. Eltern wollen das Beste für ihre Kinder. Vor allem auch gute Schulnoten und -abschlüsse, die den Kindern möglichst gute Zukunftschancen eröffnen. Sie wissen, dass Hausaufgaben sinnvoll sind und auch in die schulische Beurteilung mit einfließen können. Deshalb setzen sie sich oft gemeinsam mit ihren Kindern hin, um sie bei der Erledigung der Aufgaben zu unterstützen. Und ja: Gebildetere Eltern können ihren Kindern dabei ganz anders helfen als weniger gebildete Mütter und Väter und natürlich tragen auch sie auf diesem Weg dazu bei, die eigentliche Funktion von Hausaufgaben zu unterwandern.

Man kann über die Sinnhaftigkeit von Hausaufgaben also durchaus geteilter Meinung sein. Ist Sigmar Gabriels Forderung nach deren Abschaffung demnach gerechtfertigt?

Hausaufgaben abschaffen = gleiche Chancen für alle?

Was passiert, wenn es keine Hausaufgaben mehr gibt? Haben dann alle Schüler die gleichen Chancen, weil sich die Eltern aus der schulischen Bildung der Kinder heraushalten? Nein, denn Hausaufgaben sind nicht die einzige Möglichkeit für Eltern, Einfluss auf die schulischen Leistungen ihrer Kinder zu nehmen. Auch wenn die Hausaufgaben wegfallen und die Kinder nach Sigmar Gabriels Vorstellungen Ganztagsschulen besuchen, wird damit nicht verhindert, dass engagierte Mütter und Väter sich mit ihren Kindern abends oder am Wochenende zu Hause hinsetzen, um zusätzliche Aufgaben zu machen, ihre Sprösslinge auf Tests und Klassenarbeiten vorzubereiten oder sogar schon den zukünftigen Lernstoff anzugehen. Manche Eltern tun dies auch aus mangelndem Vertrauen in die staatliche Schulausbildung und die Leistungen der Lehrer. Sie befürchten, dass ihr Kind auf der Strecke bleiben könnte, aus welchen Gründen auch immer. Wer sein Kind zusätzlich fördern möchte, wird dies auch tun – egal ob mit oder ohne Hausaufgaben. Schüler aus bildungsferneren Familien werden dabei immer das Nachsehen haben.

Ist es nicht vielmehr Aufgabe der Lehrer in den Schulen genau zu schauen, wer zu Hause gefördert wird und wer nicht und denen unter die Arme zu greifen, die wenig oder gar keine Unterstützung erhalten? Dabei können Hausaufgaben aufgrund ihrer Vergleichbarkeit und bei verantwortungsvoller Kontrolle durch den Lehrer ein geeignetes Mittel sein, um zu erfahren, was sich diesbezüglich zu Hause bei den Kindern und Jugendlichen abspielt. Befürworter der Hausaufgaben werfen außerdem in die Waagschale, dass mit der Erledigung der Hausaufgaben in der Schule auch das Trainieren von eigenverantwortlicher Arbeitseinteilung und selbstständigem Zeitmanagement wegfallen, weil den Schülern so die Zeit für die Erledigung der Übungen vorgeschrieben wird. Auch das ist natürlich ein Argument. Wie stehen Sie zu dem Thema?

Falls es auch bei Ihnen zu Hause Stress mit den Hausaufgaben gibt, haben wir ein paar Tipps für Sie zusammengestellt, die für einen entspannteren Umgang mit dem Thema sorgen können.

Ein Kommentar zu “Schafft die Hausaufgaben ab!(?)”

  1. Von Pascal Dojan am Mrz 29, 2019

    Ich finde das Hausaufgaben abgeschafft werden weil die kinder mehr zeit für ihre freizeit haben : )

Einen Kommentar schreiben