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Tipps zur Einschulung: Elternsprechtag und Lehrergespräch

Elternsprechtag und Lehrergespräche - wichtig für eine optimale FörderungElternsprechtag und Lehrergespräch sind wichtige Bausteine einer optimalen schulischen Förderung. Sie dienen Eltern und Lehrern dazu, sich kennenzulernen und sich gegenseitig offen über die schulische und persönliche Entwicklung eines Kindes, das Verhalten in der Schule sowie zu Hause und alle schulrelevanten Belange auszutauschen. Das ist wichtig, um eventuelle Noten- oder Schulprobleme verstehen, deren Ursachen erkennen und Schwierigkeiten beheben zu können.

Damit Elternsprechtage und Lehrergespräche einen Gewinn bringen, sollte man sich über die Eigenschaften, Funktionen und Unterschiede der beiden Gesprächsformen bewusst  sein und wissen, wie man so ein Gespräch am besten angeht.

Elternsprechtag: Kurze Gespräche für einen allgemeinen Austausch

Elternsprechtage sind von der Schule regulär festgesetzte Tage (meist zweimal im Jahr), an denen die Eltern aller Schüler einer Schule die Möglichkeit haben, sich mit den Lehrern ihrer Kinder auszutauschen.

Aufgrund der Vielzahl an Schülern, die jeder Lehrer unterrichtet, bleibt am Elternsprechtag für jedes Gespräch nur wenig Zeit – in der Regel ungefähr zehn Minuten. Die knappe Gesprächszeit macht es nötig, sich auf wenige wesentliche Anliegen zu beschränken.

Elternsprechtage sind vor allem dazu gedacht, dass Eltern und Lehrer sich kennenlernen und sich gegenseitig über den allgemeinen Leistungsstand und das Lernverhalten der Schüler verständigen. Um alles anbringen zu können, was in diesem Rahmen zu besprechen ist, ist es auch für Eltern hilfreich, sich ein paar Tage vor dem Elternsprechtag aufzuschreiben, worüber sie mit den Lehrern sprechen möchten. Bei der Auswahl geeigneter Themen ist zu bedenken, dass die Vielzahl und rasche Abfolge von Gesprächen mit unterschiedlichsten Menschen es den Lehrern am Elternsprechtag nahezu unmöglich machen, alle gesammelten Eindrücke von Gespräch zu Gespräch zu verarbeiten und sich unbeeinträchtigt konzentrieren zu können. Sollte ein umfassenderer Gesprächsbedarf bestehen, ist es sinnvoller, sich einen Termin zu einem individuellen Lehrergespräch mit dem entsprechenden Lehrer geben zu lassen.

Lehrergespräche: Ausreichend Zeit für umfassende Anliegen

Lehrergespräche sind dazu da, in Ruhe mit dem Lehrer über Schwierigkeiten des Kindes in der Schule zu sprechen und sich gemeinsam um Lösungen zu bemühen. Die Termine verabreden die Eltern ganz individuell mit dem entsprechenden Lehrer.

Wichtig ist in diesen Gesprächen, den Lehrer über alles zu informieren, was die Schulprobleme des Kindes verursachen könnte. Das umfasst auch das familiäre Umfeld  oder negative Eigenschaften der Schüler. Hier gilt es offen und ehrlich zu sein – auch wenn das mitunter schwerfällt. Aber nur so ist es möglich, die Ursache des Problems zu finden und dieses dauerhaft zu beheben. Natürlich muss man nicht jedes Detail aus dem Familienalltag vor dem Lehrer ausbreiten. Maßgeblich sind alle Begebenheiten, die den Tagesrhythmus der Kinder durcheinanderbringen oder ihnen Sorgen machen, wie z. B. der Tod oder die Krankheit eines Familienangehörigen o. Ä.

Grundsätzlich sollte man sich in den Lehrer-Eltern-Gesprächen um eine sachliche Darstellung der Anliegen bemühen. Das ist vor allem nicht leicht, wenn sich aufgrund der Schilderungen der Schüler zu Hause, bei den Eltern Vorbehalte oder sogar Abneigungen gegenüber dem Lehrer und seiner Unterrichtsmethoden aufgebaut haben. Probleme in der Schule lassen sich jedoch nur beheben, wenn Eltern und Lehrer gemeinsam an einem Strang ziehen. Dazu ist ein respektvoller Umgang miteinander unabdingbar. Damit sich die Fronten nicht verhärten, gilt es vor allem, allgemeine Vorwürfe zu vermeiden. Zu einer vernünftigen Lösung kommt man am besten, indem man bestehende Probleme anhand konkreter Fakten darstellt, Maßnahmen und Reaktionen des Lehrers sachlich hinterfragt und ruhig die eigenen Eindrücke schildert. Dazu ist es hilfreich, sich bereits einige Tage vor dem Gespräch Notizen über die zu besprechenden Anliegen zu machen und auch über mögliche Lösungswege nachzudenken.

Es ist nicht nötig, allen Maßnahmen und Ideen des Lehrers zuzustimmen. Bei der Vereinbarung von Problemlösungsstrategien ist immer zu überlegen, ob diese wirklich einzuhalten sind. Können Versprechungen nicht erfüllt werden, führt das zu Frust auf allen Seiten.

Sinnvoll ist außerdem, ein schriftliches Protokoll des Gesprächs mit dem Lehrer zu vereinbaren, das genau festhält, was besprochen und vereinbart wurde.

Elternsprechtag und Lehrergespräch: Mit oder ohne Kind?

Es hat Vorteile, wenn auch die Schüler am Elternsprechtag oder bei Lehrergesprächen dabei sind. Zum einen ist nicht jedem Lehrer jeder Name geläufig – vor allem, wenn Lehrer neu in einer Klasse sind oder wenn es sich um sehr unauffällige Schüler handelt. Da kommt es schnell zu Verwechslungen Die Anwesenheit der Schüler bei Lehrer-Eltern-Gesprächen erleichtert es den Lehrern, die Eltern den richtigen Schülern zuzuordnen.

Auch ist es schwierig für Eltern in einem Gespräch ohne Anwesenheit der Kinder, Schilderungen des Lehrers aus dem Unterricht zu bewerten, weil sie nicht dabei waren. Kommen die Schüler mit zum Gespräch, sind diese am besten in der Lage, die Darstellungen des Lehrers zu bestätigen oder richtigzustellen.

Führen Eltern und Lehrer allein Gespräche und handeln dabei beispielsweise Strategien zur Lösung bestehender Probleme aus, kommt es nicht selten vor, dass die Schüler sich aus Trotz diesen Lösungswegen verweigern. Gemeinsam mit den Schülern festgelegte Maßnahmen machen eine Verweigerung schwieriger.

Die Entscheidung, ob die Kinder am Elternsprechtag oder an Lehrergesprächen teilnehmen sollen, liegt letztendlich aber bei den Eltern.

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