Shearts Blog

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Vokabeln lernen in der Hängematte – ungewöhnliche Lernorte

Lernorte in der HängematteEs geht wieder los. Das Schuljahr hat Fahrt aufgenommen. Ich merke es an den Zetteln, die überall in der Wohnung verteilt hängen, so etwas wie a2+b2=c2. Immer, wenn meine Tochter anfängt, die Wohnung mir ihren „Lernzettelchen“ zu dekorieren, weiß ich: Die nächste Klassenarbeit steht an! Die Methode, sich schwierige Formeln, Vokabeln oder Definitionen zu merken, hat sie sich bei einer Freundin abgeschaut. Ich kann mich an meine eigene Schulzeit erinnern: Ab und zu habe ich den Schreibtisch verlassen, um mir Dinge einzuprägen, die ich mir schwer merken konnte, und habe mir ein paar neue Lernorte gesucht.

Mal zum Lernen den Schreibtisch verlassen

Natürlich brauchen Schüler einen festen Arbeitsplatz zum Lernen und Erledigen ihrer Hausaufgaben. Wie so ein Arbeitsplatz aussehen sollte, haben wir in unserem Artikel „Ein Arbeitsplatz zum wohlfühlen“ zusammengefasst. Den Schreibtisch aber mal zu verlassen und einen anderen Lernort zu suchen, kann hilfreich sein. Denn die Abwechslung in der Lern-Routine führt dazu, dass unser Gehirn aufmerksamer und aufnahmefähiger wird. Dabei müssen Schüler nicht nur in der Wohnung einen anderen Platz zum Lernen suchen. An der frischen Luft zu lernen und Schulaufgaben zu erledigen, schafft ein positives Lernklima. Also ruhig mal die Lernumgebung wechseln und die Aufgaben auf dem Balkon oder auf der Liege im Garten erledigen!

Nicht nur das positive Gefühl, dass das Lernen an einem ungewöhnlichen Ort erzeugt, führt dazu, dass wir uns den Lerninhalt besser aneignen können. Je besser wir uns an einen Lernort und die Umstände (Wetter, Tageszeit, Umgebung, Gerüche) erinnern, desto leichter können wir Gelerntes wieder abrufen.

Tipps für ungewöhnliche Lernorte

  • Nicht zu viel Krimskrams zum neuen Lernort nehmen – das lenkt nur ab.
  • Im Badezimmer verbringen wir im Tagesverlauf viel Zeit. Beim Zähneputzen kann man ganz nebenbei einfach einen Blick auf Formeln oder Vokabeln werfen.
  • Rhythmische Bewegungen helfen beim Lernen monotoner Inhalte. Deklinieren, Konjugieren oder Vokabeln lernen kann man gut beim Treppensteigen, aber auch auf der Schaukel. Oder einfach mal mit dem Notizzettel oder den Lernkarten durch das Wohnzimmer marschieren – Gehen hilft beim Auswendiglernen!
  • Wenn Schüler das Gelernte artikulieren, wiederholen sie die Lerninhalte und können noch einmal prüfen, ob sie alles verstanden haben. Denn: Wer erklärt, versteht! Außerdem macht es Spaß, beim gemeinsamen Tischabräumen den Eltern den Wasserkreislauf oder die Funktion des Herzen zu erklären!
  • Seltsam, schafft aber Aufmerksamkeit: Lernen unter dem (Küchen-)Tisch. Ungewöhnliche Lernorte sorgen dafür, dass der Lernstoff interessanter wird.
  • Auch im Bett zu lernen ist durchaus eine Variante. Allerdings sollte man dort nicht zu lange lernen, denn das macht müde. Ein guter Tipp: Bereits Gelerntes sollten Schüler kurz vor dem Einschlafen zum Beispiel vor Prüfungen noch einmal wiederholen! In Tiefschlafphasen werden die Inhalte verarbeitet und sicher abgespeichert – denn unser Gehirn arbeitet rund um die Uhr!
  • Auch mal die Wohnung verlassen und an der frischen Luft lernen: Vokabeln in der Hängematte pauken oder mit der Freundin im Park gemeinsam die Deutschlektüre lesen – das sorgt für ein positives Lernklima.

Weitere Tipps zum Vokabeln lernen gibt es auch in unserem Artikel „Vokabeln lernen, so funktioniert es“. Und warum Lernen mit allen Sinnen dazu führt, dass man bis zu 90 % mehr vom Lernstoff behält, können Sie hier nachlesen.

Die Mathearbeit schreibt meine Tochter übrigens in der nächsten Woche. Danach wird sie wahrscheinlich die Matheformeln durch die unregelmäßigen französischen Verben austauschen.

Welche Strategien haben Sie oder Ihre Kinder beim Lernen? Verlassen sie auch ihren Schreibtisch, um sich den Lernstoff anzueignen?

Ein Kommentar zu “Vokabeln lernen in der Hängematte – ungewöhnliche Lernorte”

  1. Von ASK am Okt 18, 2017

    Hallo Katja,

    sehr schöner Beitrag. Bei mir ist es zwar schon ein bisschen her, dass ich für die Schule lernen musste, jedoch kann ich mich gut daran erinnern, dass ich eher der Typ war, der im Bett gelernt hat und dann dabei eingeschlafen ist! Also war das leider nicht ganz so effektiv 😉 Ich kann aber aus Erfahrung sagen, dass es mir am meisten geholfen hat, anderen das Gelernte zu erklären.
    Gruß
    Michael

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