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Zeitverhältnis im AcI: Erklärung, Beispiele

Der AcI im Lateinischen ist dir schon vertraut. In der einfachen Form steht der AcI im Präsens, doch er kann auch in anderen Zeiten stehen. In diesem Text lernst du die verschiedenen Zeitverhältnisse im AcI kennen.

Tempus des einleitenden Verbs im AcI

Wenn du einen AcI übersetzt, musst du bezüglich der Zeiten Verschiedenes beachten. Das Verb, das den AcI einleitet, kann in verschiedenen Zeiten stehen:

Beispiel

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  • Audio te ipsum clamare. (Ich höre, dass du (selbst) rufst.)
  • Audiebam te ipsum clamare. (Ich hörte, dass du (selbst) rufst/riefst.)

Das Verb audire steht in unseren Beispielsätzen einmal im Präsens und einmal im Imperfekt. Entsprechend diesem Tempus wird es auch ins Deutsche übersetzt. Der Infinitiv im AcI kann durch dasselbe Tempus wiedergegeben werden wie das einleitende Verb. Steht das einleitende Verb allerdings in der Vergangenheit, kann es im Deutschen auch möglich sein, den Infinitiv ins Präsens umzuwandeln. Dass beide Handlungen (hören und rufen) gleichzeitig stattfinden, erkennt der Leser in der Regel.

Zeitverhältnisse im AcI

Der Aspekt des Zeitverhältnisses zwischen dem AcI und dem übergeordneten Satz ist ein sehr wichtiger, wenn du den AcI übersetzen möchtest. Je nachdem in welchem Tempus die Infinitivform steht, kann der AcI nämlich sehr Verschiedenes aussagen. Wie du bei den Beispielsätzen gemerkt hast, drückt der Infinitiv Präsens eine Gleichzeitigkeit aus. Das ist vermutlich die Form des AcI, die dir schon begegnet ist und mit der du keine Schwierigkeiten hast. Steht der Infinitiv allerdings im Perfekt, wird eine Vorzeitigkeit bezeichnet. Im Gegensatz dazu bezeichnet der Infinitiv Futur eine Nachzeitigkeit. Genau diese Vor- und Nachzeitigkeit wollen wir dir näher erklären!

Merke

Merke

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  • Steht der Infinitiv im AcI im Präsens (Bsp.: audire), bezeichnet er eine Gleichzeitigkeit.
  • Der Infinitiv Perfekt (Bsp.: audivisse) drückt im AcI eine Vorzeitigkeit aus.
  • Wenn der Infinitiv im AcI im Futur (Bsp.: auditurum esse) steht, beschreibt er eine Nachzeitigkeit.

Vorzeitigkeit im AcI: Infinitiv Perfekt

Der Infinitiv Perfekt drückt aus, dass die Handlung im AcI vor der Handlung des einleitenden Verbs stattgefunden hat. Dies muss bei der Übersetzung deutlich gemacht werden. Daher wird bei der deutschen Übersetzung im Tempus ein Schritt in die Vergangenheit gemacht. Steht das einleitende Verb im Präsens, steht im Nebensatz Perfekt. Steht das einleitende Verb im Perfekt, steht das Verb im Nebensatz im Plusquamperfekt usw. Sieh dir am besten unsere Beispiele einmal an:

Beispiel

Beispiel

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  • Servus Plinium discessisse scit. (Der Sklave weiß, dass Plinius weggegangen ist.)
  • Nuntius Athenienses vicisse rettulit. (Der Bote berichtete, dass die Athener gesiegt hatten.)
  • Gaudeo te salvum domum revertisse. (Ich freue mich, dass du wohlbehalten nach Hause zurückgekehrt bist.)

Vertiefung

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Wie erkenne ich den Infinitiv Perfekt?

Der Infinitiv Perfekt endet immer auf -isse, daher ist er sehr gut zu erkennen. Die Endung -isse wird an den Perfektstamm gehängt, also an die dritte Form, die man bei den Vokabeln mitlernt:

vexare, vexo, vexavi, vexatum
Der Infinitiv Perfekt heißt: vexav + isse = vexavisse

Nachzeitigkeit im AcI: Infinitiv Futur

Der Infinitiv Futur im AcI bezeichnet genau das Gegenteil vom Infinitiv Perfekt, nämlich die Nachzeitigkeit. Das bedeutet, dass das Geschehen des AcI nach dem Geschehen des einleitenden Verbs stattfinden soll/wird. Bei der deutschen Übersetzung bedient man sich häufig des Verbs würden, um die Nachzeitigkeit deutlich zu machen:

Beispiel

Beispiel

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  • Galli sperabant Germanos a Caesare victum iri. (Die Gallier hofften, dass die Germanen von Caesar besiegt würden/werden würden.)
  • Plinius homines periculum vitaturos esse credebat. (Plinius glaubte, dass die Menschen die Gefahr meiden würden.)

Falls du mit dem Infinitiv Futur noch nicht vertraut bist, kannst du nachlesen, wie er gebildet wird:

Vertiefung

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Bildung des Infinitiv Futur

Der Infinitiv Futur Aktiv ist eine Umschreibung mit dem Partizip Futur Aktiv und dem Infinitiv Präsens von esse (Bsp: laudaturum/laudaturum/laudaturum esse)

Der Infinitiv Futur Passiv ist eine Umschreibung mit dem Supinum I und iri (Infinitiv Präsens Passiv von ire). Da diese Form mit einem Supinum gebildet wird, ist sie unveränderlich (Bsp: laudatum iri).

Du hast nun gelernt, wie im AcI Nachzeitigkeit und Vorzeitigkeit wiedergegeben werden und wie man sie übersetzen kann. Du weißt nun, wie man verschiedene Zeiten im AcI übersetzen kann. Ob du alles richtig verstanden hast, kannst du nun mit unseren Übungen testen. Viel Spaß und Erfolg!

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